Zeit

ca. 90 Minuten

Material
  • Maus/Mensch-Abbildungen
  • Fragebogen
  • ggf. Interview-Ausschnitte
Beschreibung

Das Modul „Glaub mir doch“ behandelt die Themen Glaube und Weltanschauung und regt zu einer Reflexion der Eigen- und Fremdwahrnehmung an. Die Teilnehmenden werden darin bestärkt, ihren eigenen Standpunkt zu verlassen und andere Perspektiven einzunehmen, wodurch Universalansprüche kritisch reflektiert werden. Darüber hinaus findet eine Auseinandersetzung mit der Reproduktion von Stereotypen und Vorurteilen statt.

Die Übung „Assoziationscouch“ bildet einen thematischen Einstieg. Eine Person nimmt auf einem Stuhl zwischen zwei leeren Stühlen Platz und sagt das Wort „Weltanschauung“, „Religion“ oder artverwandte Begriffe. Zwei Teilnehmende setzen sich auf die freien Stühle und nennen das Wort, welches sie als erstes mit dem Oberbegriff assoziiert haben. Die Person auf dem mittleren Stuhl entscheidet nun, welches der genannten Worte zu ihrem besser passt. Die Person, die dieses genannt hat, nimmt den Platz in der Mitte ein und wiederholt die Übung mit einem anderen Wort. Auf diese Weise  setzt sich die Gruppe aktiv mit den eigenen Weltanschauungen und mit den Perspektiven der anderen auseinander.

Der Fragebogen fokussiert die persönliche Bedeutung von Weltanschauungen und Religion. Zusätzlich zu den eigenen Antworten können hier Ausschnitte aus den Interviews herangezogen werden, um die Vielfalt und Diversität von Erfahrungen und Perspektiven aufzuzeigen.

Die letzte Übung des Moduls ist die Maus/Mensch-Methode, bei der die Teilnehmenden in zwei Gruppen eingeteilt werden. Den Gruppen wird 45 Sekunden lang entweder das Bild einer Maus oder eines menschlichen Gesichts gezeigt: Beide Bilder ähneln sich stark, nur einzelne Striche oder Punkte vervollständigen die jeweilige Zeichnung zum Gesicht oder zur Maus. Beide Gruppen erhalten daraufhin die Aufgabe, das ihnen gezeigte Bild nachzuzeichnen. Anschließend schließt sich je eine Person aus Gruppe 1 mit einer Person aus Gruppe 2 zusammen. Sie bekommen ein drittes Bild, die Mischform aus Maus und Gesicht, und sollen es gemeinsam mit einem Stift nachzeichnen. Die Übung bietet einen niedrigschwelligen Zugang zur Beschäftigung mit der Entstehung und Verfestigung von Vorurteilen: Den Teilnehmenden wird es beim gemeinsamen Zeichnen der Mischform schwer fallen, von ihren eigenen Eindrücken und Erfahrungen abzuweichen und sich auf das Malen der anderen Person einzulassen.

Zum Schluss werden die Ergebnisse des gesamten Moduls im Plenum zusammengetragen und diskutiert. Dabei sollte sich die Gruppe auf wesentliche Resultate einigen und offene Fragen geklärt werden.

Übungen und Methoden