Zeit

ca. 180 Minuten

Material
  • Power Flower
  • Rollenkarten und Fragen zur Schritteübung
  • Drehbuchausschnitte
Beschreibung

Um rassistische Denkmuster und Strukturen zu verstehen, gilt es, die eigene Position, die Stärken und Schwächen sowie Privilegien und Benachteiligungen umfasst, zu erkennen und einzuordnen. Das Modul „Gleich, gleicher, ungleich“ hat zum Ziel, solche Strukturen bewusst zu machen, die „schiefen“ gesellschaftlichen Machtverhältnisse zu erkennen und Strategien zu entwickeln, solche zu durchbrechen.

Die Übung „Power Flower“ dient als Reflexionsfläche der eigenen Identität und den damit verbundenen Privilegien und Marginalisierungen. Diese entstehen, indem Bereiche wie Bildung, Wohnort, Herkunft und Religion ausgefüllt werden. Die Teilnehmenden schätzen selber ein, ob es sich bei ihren Merkmalen eher um eine gesellschaftliche Benachteiligung oder um einen Vorteil handelt, und füllen entsprechend die inneren oder äußeren Blütenblätter auf dem Power-Flower-Arbeitsblatt aus. Anschließend finden sich die Teilnehmenden in Kleingruppen zusammen und tauschen sich über ihre Machtblumen aus. Die Übung setzt einen vertrauensvollen, sensiblen Rahmen voraus: Die Teilnehmenden sollten sich kennen und nicht zufällig einer Gruppe zugeordnet werden. Die Übung ist nicht für Gruppen geeignet, in denen Teilnehmende besonders benachteiligt sind. Die Bewusstmachung eigener Privilegien steht hier im Vordergrund, da sich Menschen mit Diskriminierungserfahrungen in der Regel ihrer Benachteiligung sehr bewusst sind.

In der „Schritteübung“ sollen die Teilnehmenden für die ungleiche Chancenverteilung in der Gesellschaft sensibilisiert werden, um Lebensbedingungen marginalisierter Gruppen nachzuempfinden. Dafür schlüpfen die Teilnehmenden in eine andere Rolle, wie z.B. die einer lesbischen Bibliothekarin, einer Psychologin aus Kasachstan oder eines Ingenieurs aus Ghana, der Asyl in Deutschland beantragt hat und nicht arbeiten darf. Die Teilnehmenden stellen sich in einer Reihe auf und müssen auf die nun gestellten Fragen mit „Ja“ oder „Nein“ antworten. Immer, wenn sie eine Frage mit „Ja“ beantworten, dürfen sie einen Schritt nach vorne gehen. „Kannst du einen Urlaub in deiner Heimat verbringen?“ oder „Kannst du bei der nächsten Kommunalwahl wählen?“ sind beispielhafte Fragen aus dem Katalog. Die Rollen und Fragen sind zum Teil sehr klischeehaft, dies kann das Einfühlen in die Rolle erleichtern. Trotzdem ist es wichtig, eine individuelle Auswahl zu treffen und ggf. eigene Rollen und Fragen hinzuzufügen. Bei der Auswertung wird die physische Position der Teilnehmenden im Raum sinnbildlich auf die Verteilung von Privilegien und Benachteiligungen in der Gesellschaft übertragen. In der ausführlichen Methodenbeschreibung finden sich die detaillierten Schritte der Auswertung und Hinweise, was bei der Übung zu beachten ist.

Die beiden Übungen „Power Flower“ und „Schritteübung“ verdeutlichen, dass nicht alle Menschen die gleichen Chancen haben und marginalisierte Gruppen schneller Opfer von Diskriminierung werden. Mit diesem Wissen wird der Film „Aslama“ und Ausschnitte aus dem Drehbuch herangezogen. Die Teilnehmenden werden in Gruppen eingeteilt und jede Gruppe erhält einen anderen Drehbuchausschnitt. Die Aufgabe ist nun, die Situationen aus dem Drehbuch hinsichtlich einer Diskriminierung zu analysieren und darauf zu achten, wo und wie Diskriminierung entsteht bzw. welche Strukturen dahinterstecken. Die Situationen werden daraufhin in einem Rollenspiel nachgestellt. Anschließend können sich die Gruppen eigene Szenen ausdenken und vorspielen. Alle zusammen erörtern, wie Diskriminierung zustande kommt. Daraufhin erarbeiten die Teilnehmenden gemeinsam Lösungsstrategien für zukünftige, reale Situationen. Die Methodenbeschreibung hält Variationen und Tipps zur Umsetzung der Übung bereit.

Zum Schluss werden im Plenum die Ergebnisse des Moduls zusammengetragen.

 

Übungen und Methoden