Um was geht es in DISKUTOPIA?

Konflikte gehören zu einer pluralistischen und offenen Gesellschaft. Sie sind die Grundlage für eine aktive Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Problemen. Die Herausforderung ist, diese Auseinandersetzung mit demokratischen Mitteln zu führen, das heißt gleichwertige Teilhabechancen für unterschiedliche Interessengruppen zu ermöglichen. Das war schon immer herausfordernd, wird durch digitale Öffentlichkeiten wie Social Media, Suchmaschinen und KI aber weiter erschwert. Denn digitale Räume werden einerseits gezielt von extremistischen Gruppierungen zur Verbreitung von Hassrede, Desinformation und Propaganda genutzt und fördern anderseits die Verbreitung von plakativen, emotionalen und extremen Inhalten.

Wir alle sind von dieser Entwicklung betroffen, junge Menschen aber in besonderem Maße. Für sie sind digitale Öffentlichkeit nicht nur ihre Hauptinformationsquellen, sondern wichtige Räume für Austausch und Identitätsbildung. Besonders marginalisierten jungen Menschen ermöglichen sie den Austausch mit Gleichgesinnten und bieten eine Plattform, um ihre Perspektiven sichtbar zu machen. Von lauten Minderheiten verbreitete antipluralistische Hassrede, Desinformation und Propaganda verringert die Beteiligung junger Menschen an der Gestaltung digitaler Öffentlichkeit und drängt besonders die Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen zurück (Silencing).

Das Ziel des medienpädagogischen Innovationsprojektes Diskutopia ist es, diesen Dynamiken etwas entgegenzusetzen. Dafür werden im Projekt in Zusammenarbeit mit jungen Menschen und pädagogischen Fachkräften medienpädagogische Methoden und Formate entwickelt, die es erlauben, in pädagogischen Settings auf die Teilhabemöglichkeiten und die Ausschließungsdynamiken digitaler Öffentlichkeiten einzugehen. In einem partizipativen Prozess werden Strategien entwickelt, um wieder mehr demokratische Konfliktaushandlung in digitalen Öffentlichkeiten zu ermöglichen. Ein wichtiger Zugang dafür sind spielerische Methoden, die bspw. über Rollenspiele Konfliktaushandlungen im digitalen Raum aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar machen und auf diese Weise Erfahrungen fördern, die es für Ambiguitätstoleranz oder das Erkennen eines verzerrten Meinungsklimas braucht.

Auf diese Weise sollen in Diskutopia Formate entstehen, in denen sich mehr Menschen einbringen und demokratische Konfliktaushandlung besser gelingt. Über den Projektzeitraum werden unterschiedliche Methoden für die Verwendung in Schule und außerschulischer Bildungsarbeit ausgearbeitet und als OER zur Verfügung gestellt.


Projektbausteine   

  • Austauschtreffen für Jugendliche einklappen
    Die Austauschtreffen finden schulisch und außerschulisch statt und richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene. In kompakten, eintägigen Formaten und mit festen Gruppen, die sich mehrmals treffen, werden die Jugendlichen angeregt:

    zu eigenen (online) Erfahrungen in den Austausch zu kommen.


    sich mit der medialen Darstellung von Konflikten auseinanderzusetzen (z. B. Feindbildkonstruktionen und Emotionalisierung) und wie das ihre eigene Meinungsbildung beeinflusst.


    sich mit Konfliktdynamiken (z. B. eskalierende und deeskalierende Dynamiken) online auseinanderzusetzen.


    sich aktiv mit Handlungsoptionen auseinanderzusetzen.


  • Spielewerkstätten einklappen

    Bei den Spielewerkstätten setzen sich Jugendlichen aktiv und niederschwellig mit Spielprinzipien auseinander und entwickeln eigene spielerische Ansätze zum Themenfeld Konflikt und Konfliktaushandlung. Die Spielewerkstätten finden zweitägig mit unterschiedlichen Jugendgruppen (schulisch und außerschulisch) statt.

    Die Werkstätten 2026 sind Teil des partizipativen Prozesses der Spieleentwicklung des Projekts.

    Bis Ende 2027 sollen aus den gesammelten Spiel-Ideen konkrete Spiele finalisiert werden, die sich dazu eignen kreativ, niederschwellig und anregend mit Jugendlichen zu den Projektthemen zu arbeiten.

  • Angebote für Fachkräfte einklappen

    Bei den Fachkräfteworkshops werden Erkenntnisse, Methoden und Spielansätze des Projekts im Sinne eines Train-the-Trainer-Ansatzes erprobt und reflektiert. Damit dienen die Workshops zugleich als Qualifizierung von Fachkräften hinsichtlich spielbasierter Lernformen in der Demokratiebildung.


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Kontakt

Bei Interesse freuen wir uns auf Ihre Anfrage an:
nicole.rauch@jff.de