Das Projekt RISE entwickelt medienpädagogische Ansätze zur Auseinandersetzung mit islamistischen Inhalten in jugendlichen Lebenswelten. Es unterstützt pädagogische Fachkräfte mit Hintergrundinformationen und audiovisuellen Lernmaterialien in der Arbeit mit Jugendlichen und fördert die Umsetzung von medienpädagogischen Peer-Projekten von und mit Jugendlichen. Dabei bewegt sich das Projekt an der Schnittstelle von Medienpädagogik, politischer Bildung und universeller Präventionsarbeit.

Worauf es uns ankommt

  • Wir setzen uns für Chancengleichheit ein! einklappen

    Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf qualitativ hochwertige und ausgewogene Bildungsinhalte. RISE bietet pädagogisch fundierte und didaktisch gut strukturierte Lernmaterialien für Jugendliche und Arbeitshilfen für Fachkräfte.

  • Wir unterstützen die Entwicklung von Jugendlichen zu selbständigen Individuen! einklappen

    Medien spielen für die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Sie bieten Raum für Austausch und Unterhaltung, wirken aber auch auf die Entwicklung von Identität, Werten und Orientierungen. RISE unterstützt Jugendliche im aktiven und reflektierten Umgang mit Medien und stärkt sie für einen kritischen Umgang mit antidemokratischen und antipluralistischen Weltbildern.

  • Wir sind an der Meinung junger Menschen interessiert! einklappen

    Wir unterstützen Jugendliche dabei Medien zu nutzen, um eigene Meinungen zu entwickeln und diese mit und in Medien zum Ausdruck zu bringen. Im Zentrum von RISE stehen Medienproduktionen junger Menschen. Um die Perspektiven der jungen Menschen zu stärken, werden die Produktionen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gemeinsam mit Partner*innen schaffen wir für diese Stimmen eine größere Öffentlichkeit und stellen Begleitmaterial für die Auseinandersetzung mit den Produktionen in der Bildungsarbeit zur Verfügung.

  • Wir wollen Jugendliche unterstützen, die Gesellschaft mitzugestalten! einklappen

    Medienkompetenz hat das Ziel, Jugendliche zu befähigen, an der Gesellschaft teilzuhaben und diese mitzugestalten. Medien sind zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Materialien und Methoden im Projekt RISE greifen aktuelle Medienentwicklungen auf und bieten Fachkräften Unterstützung. Ziel ist es, Jugendliche zu motivieren, sich mit medialen Phänomenen in Bezug auf Extremismus auseinanderzusetzen und über eigene Medienprodukte zur Weiterentwicklung der demokratischen Gesellschaft beizutragen.

  • Für eine offene, demokratische und vielfältige Gesellschaft müssen sich alle einsetzen! einklappen

    Im Sinne der universellen Prävention richtet sich unser Projekt an alle Jugendlichen und regt sie an, ihre Haltung zu reflektieren, sich auszudrücken und in Diskussionsprozesse einzubringen. Dabei geht es auch darum, Jugendliche im Umgang mit unterschiedlichen Lebensentwürfen zu stärken. Dazu gehört der Umgang mit Widersprüchen und Konflikten, die sich in pluralistischen Gesellschaften zwangsläufig ergeben. Fachkräfte in allen Bildungsfeldern sind hier zentrale Akteure. Nur gemeinsam mit den Menschen, die in der täglichen Praxis arbeiten, können wir möglichst viele Jugendliche erreichen und extremistischen Tendenzen mit dem Angebot von alternativen Deutungs- und Identitätsangeboten und konkreten Selbstwirksamkeitserfahrungen entgegenwirken.

  • Wir verstehen Extremismus als Spitze eines Eisbergs! einklappen

    Die Ablehnung von Pluralismus, die Abwertungen von Menschen, die anders leben, denken oder aussehen, und absolute Wahrheitsansprüche finden sich nicht nur an den Rändern der Gesellschaft. Extremistische Einstellungen sind auch in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet. Dies äußert sich in Ideologien der Ungleichwertigkeit, wie sie beispielsweise in Rassismus, Sexismus oder auch in Verschwörungstheorien zum Ausdruck kommen. Mit RISE greifen wir diese und ähnliche Phänomene auf und regen dazu an, vereinfachende Antworten auf komplexe und komplizierte gesellschaftliche Fragen, rigide Rollenvorstellungen oder vereinfachende Identitätskonzepte zu hinterfragen. Extremistischen Angeboten wollen wir fundierte Informationen, aber vor allem die Perspektiven und Erfahrungen der Jugendlichen selbst entgegenhalten.

  • Die beste Prävention ist Offenheit und Austausch! einklappen

    In der Bildungsarbeit muss es möglich sein, auch kontroverse Gedanken zu äußern. In diesem Sinne möchten wir pädagogische Fachkräfte mit Hintergrundinformationen und Methoden unterstützen, um Konflikte über unterschiedliche Wertvorstellungen und Orientierungen konstruktiv zu nutzen und Jugendliche im Umgang mit gesellschaftlichem Pluralismus zu stärken.

  • Nur gemeinsam können wir etwas voranbringen! einklappen

    Das Projektteam von RISE ist interdisziplinär und offen für Partnerschaften. Deutschlandweit gibt es viele sehr gute Ansätze und kompetente Menschen in Wissenschaft und pädagogischer Praxis. RISE bietet allen Interessierten eine Plattform, um eigene Projekte und Ansätze zu veröffentlichen und Themen im Diskurs weiterzuentwickeln.

Über unseren Präventionsansatz

Universelle Präventionsarbeit zielt unter anderem darauf ab, Jugendliche für die Auseinandersetzung mit islamistischen Weltbildern zu stärken und demokratische Einstellungen zu fördern. RISE konzentriert sich auf fünf thematische Arbeitsfelder, die für die Präventionsarbeit relevant sind: (i) Gesellschaftskritik, (ii) Werte und Religion, (iii) Rassismus, (iv) Gender und (v) Pluralismus. Diese Themen liegen im Schnittpunkt der Identitätsarbeit Jugendlicher und der Identitätspolitik von islamistischen und anderen extremistischen Gruppierungen. Ziel von RISE ist es, pädagogische Fachkräfte darin zu unterstützen, die angesprochenen Themen in der Arbeit mit Jugendlichen handlungssicher aufzugreifen, ihre Identitätsbildung zu stärken und dabei auch kontroversen Fragen Raum zu geben.

Wie wir Jugendliche erreichen wollen

Ein wichtiger Ansatz für die pädagogische Arbeit in RISE sind Peer-to-Peer-Methoden. Das Projekt unterstützt Jugendliche dabei, ihre Perspektiven in Form von eigenen Medienproduktionen zu artikulieren und sichtbar zu machen. Medien werden dabei als zentrales Mittel zur Teilhabe an und Mitgestaltung von Gesellschaft begriffen. Ausgehend von diesen durch Jugendliche produzierten Medienbeiträgen und den zur Verfügung gestellten Materialien soll der Austausch zwischen den Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion, gestärkt werden. Fachkräfte aus allen Bildungsbereichen nehmen dabei zentrale Schlüsselstellen ein – mithilfe ihrer Begleitung werden Teilhabemöglichkeiten und Anerkennungsprozesse unter den Jugendlichen gefördert.

Was für die pädagogische Arbeit wichtig ist

Der Erfolg von Präventionsarbeit hängt nicht nur von den Themen und der Zielgruppe ab, sondern auch von denjenigen, die sie umsetzen. Gelingende Präventionsarbeit setzt eine pädagogische Haltung voraus, die den Erfahrungen und Perspektiven von Jugendlichen anerkennend gegenübertritt und Räume für Reflexionsprozesse und Teilhabeerlebnisse schafft. Politische Bildung setzt dabei die Bereitschaft von Fachkräften voraus, auch kontroverse Meinungen zuzulassen und eigene Haltungen und Wahrnehmungen zu hinterfragen. Für eine solche Auseinandersetzung bedarf es der Fähigkeit zum Perspektivwechsel sowie der Anerkennung unterschiedlicher Lebenswelten und -erfahrungen.

Reflexion der eigenen Haltung

Das RISE-Team macht es sich zur Aufgabe, über die eigene Positionierung im Feld zu reflektieren. Inwieweit beeinflussen unsere eigenen gesellschaftlichen Erfahrungen und professionellen Rollen unsere Sicht auf das Themenfeld und die Jugendlichen? Was bedeutet dies für unsere Arbeit mit Jugendlichen – und für unsere Angebote für Fachkräfte? Bisher haben wir darauf mehr Fragen als Antworten. Aber wir sind davon überzeugt, dass Präventionsarbeit und politische Bildung ohne diese Auseinandersetzung nicht gelingen kann und setzen sie daher als wichtiges Thema sowohl für uns als auch für die Materialien der Projektarbeit.

In der ersten Folge unseres Podcasts setzen wir uns kritisch mit dem Konzept der Prävention im bildungspolitischen Diskurs auseinander:

Mit dem Ziel der bundesweiten Wirkung und Vernetzung wird dieses Projekt vom JFF – Institut für Medienpädagogik, ufuq.de, dem Medienzentrum Parabol und dem Netzwerk Vision Kino umgesetzt.

 

Das JFF befasst sich in medienpädagogischer Forschung und Praxis mit der Medienaneignung von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem souveränen, selbstbestimmten Umgang mit Medien zu befähigen sowie Eltern und Fachkräfte für die Bedeutung, die Medien im Aufwachsen haben, zu sensibilisieren. Dabei wird die Faszination von Kindern und Jugendlichen an Medieninhalten ernst genommen und in der Arbeit aufgegriffen. Medien werden als zentrales Mittel zur Teilhabe an und Mitgestaltung von Gesellschaft verstanden.

 

ufuq.de ist in der politischen Bildung und Prävention zu den Themen Islam, antimuslimischer Rassismus und Islamismus aktiv. Ziel der Angebote ist es, Jugendliche zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit Fragen von Identität und Zugehörigkeit anzuregen und Erfahrungen von Teilhabe und Selbstwirksamkeit on- und offline zu fördern.

 

Das Medienzentrum PARABOL bietet Kindern und Jugendlichen Erfahrungs- und Lernfelder an, in denen sie sich mit Hilfe verschiedener Medien (Radio, Video, Multimedia) aktiv, kreativ und reflexiv mit sich und ihrer Umwelt auseinandersetzen.

 

Ziel und Aufgabe von VISION KINO ist es, als Teil der kulturellen Jugendbildung und im Rahmen einer übergreifenden Medienkompetenz, insbesondere die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und sie gleichzeitig für den Kulturort und originären Rezeptionsort des Films, das Kino, zu sensibilisieren.

 

jugendschutz.net ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Die Jugendministerien haben jugendschutz.net 1997 gegründet. Aufgabe von jugendschutz.net ist es vornehmlich Gefahren und Risiken bei jugendaffinen Internetangeboten zu recherchieren und auf die Einhaltung des Jugendschutzes im Internet zu achten.