Das Projekt RISE entwickelt medienpädagogische Ansätze zur Auseinandersetzung mit islamistischen Inhalten in jugendlichen Lebenswelten. Es unterstützt pädagogische Fachkräfte mit Hintergrundinformationen und audiovisuellen Lernmaterialien in der Arbeit mit Jugendlichen und fördert die Umsetzung von medienpädagogischen Peer-Projekten von und mit Jugendlichen. Dabei bewegt sich das Projekt an der Schnittstelle von Medienpädagogik, politischer Bildung und universeller Präventionsarbeit.

Über unseren Präventionsansatz

Universelle Präventionsarbeit zielt unter anderem darauf ab, Jugendliche für die Auseinandersetzung mit islamistischen Weltbildern zu stärken und demokratische Einstellungen zu fördern. RISE konzentriert sich auf fünf thematische Arbeitsfelder, die für die Präventionsarbeit relevant sind: (i) Gesellschaftskritik, (ii) Religion und Werte, (iii) Rassismus, (iv) Gender und (v) Pluralismus. Diese Themen liegen im Schnittpunkt der Identitätsarbeit Jugendlicher und der Identitätspolitik von islamistischen und anderen extremistischen Gruppierungen. Ziel von RISE ist es, pädagogische Fachkräfte darin zu unterstützen, die angesprochenen Themen in der Arbeit mit Jugendlichen handlungssicher aufzugreifen, ihre Identitätsbildung zu stärken und dabei auch kontroversen Fragen Raum zu geben.

Wie wir Jugendliche erreichen wollen

Ein wichtiger Ansatz für die pädagogische Arbeit in RISE sind Peer-to-Peer-Methoden. Das Projekt unterstützt Jugendliche dabei, ihre Perspektiven in Form von eigenen Medienproduktionen zu artikulieren und sichtbar zu machen. Medien werden dabei als zentrales Mittel zur Teilhabe an und Mitgestaltung von Gesellschaft begriffen. Ausgehend von diesen durch Jugendliche produzierten Medienbeiträgen und den zur Verfügung gestellten Materialien soll der Austausch zwischen den Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion, gestärkt werden. Fachkräfte aus allen Bildungsbereichen nehmen dabei zentrale Schlüsselstellen ein – mithilfe ihrer Begleitung werden Teilhabemöglichkeiten und Anerkennungsprozesse unter den Jugendlichen gefördert.

Was für die pädagogische Arbeit wichtig ist

Der Erfolg von Präventionsarbeit hängt nicht nur von den Themen und der Zielgruppe ab, sondern auch von denjenigen, die sie umsetzen. Gelingende Präventionsarbeit setzt eine pädagogische Haltung voraus, die den Erfahrungen und Perspektiven von Jugendlichen anerkennend gegenübertritt und Räume für Reflexionsprozesse und Teilhabeerlebnisse schafft. Politische Bildung setzt dabei die Bereitschaft von Fachkräften voraus, auch kontroverse Meinungen zuzulassen und eigene Haltungen und Wahrnehmungen zu hinterfragen. Für eine solche Auseinandersetzung bedarf es der Fähigkeit zum Perspektivwechsel sowie der Anerkennung unterschiedlicher Lebenswelten und -erfahrungen.

Reflexion der eigenen Haltung

Das RISE-Team macht es sich zur Aufgabe, über die eigene Positionierung im Feld zu reflektieren. Inwieweit beeinflussen unsere eigenen gesellschaftlichen Erfahrungen und professionellen Rollen unsere Sicht auf das Themenfeld und die Jugendlichen? Was bedeutet dies für unsere Arbeit mit Jugendlichen – und für unsere Angebote für Fachkräfte? Bisher haben wir darauf mehr Fragen als Antworten. Aber wir sind davon überzeugt, dass Präventionsarbeit und politische Bildung ohne diese Auseinandersetzung nicht gelingen kann und setzen sie daher als wichtiges Thema sowohl für uns als auch für die Materialien der Projektarbeit.

Mit dem Ziel der bundesweiten Wirkung und Vernetzung wird dieses Projekt vom JFF – Institut für Medienpädagogik, ufuq.de, dem Medienzentrum Parabol und dem Netzwerk Vision Kino umgesetzt.

 

Das JFF befasst sich in medienpädagogischer Forschung und Praxis mit der Medienaneignung von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem souveränen, selbstbestimmten Umgang mit Medien zu befähigen sowie Eltern und Fachkräfte für die Bedeutung, die Medien im Aufwachsen haben, zu sensibilisieren. Dabei wird die Faszination von Kindern und Jugendlichen an Medieninhalten ernst genommen und in der Arbeit aufgegriffen. Medien werden als zentrales Mittel zur Teilhabe an und Mitgestaltung von Gesellschaft verstanden.

 

ufuq.de ist in der politischen Bildung und Prävention zu den Themen Islam, antimuslimischer Rassismus und Islamismus aktiv. Ziel der Angebote ist es, Jugendliche zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit Fragen von Identität und Zugehörigkeit anzuregen und Erfahrungen von Teilhabe und Selbstwirksamkeit on- und offline zu fördern.

 

Das Medienzentrum PARABOL bietet Kindern und Jugendlichen Erfahrungs- und Lernfelder an, in denen sie sich mit Hilfe verschiedener Medien (Radio, Video, Multimedia) aktiv, kreativ und reflexiv mit sich und ihrer Umwelt auseinandersetzen.

 

Ziel und Aufgabe von VISION KINO ist es, als Teil der kulturellen Jugendbildung und im Rahmen einer übergreifenden Medienkompetenz, insbesondere die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und sie gleichzeitig für den Kulturort und originären Rezeptionsort des Films, das Kino, zu sensibilisieren.

 

jugendschutz.net ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Die Jugendministerien haben jugendschutz.net 1997 gegründet. Aufgabe von jugendschutz.net ist es vornehmlich Gefahren und Risiken bei jugendaffinen Internetangeboten zu recherchieren und auf die Einhaltung des Jugendschutzes im Internet zu achten.