Einsatz in

Offene Jugendarbeit

Zielgruppe

Jugendliche ab 13 Jahren

Material
  • Smartphone für jede Drehgruppe (falls gewünscht können die Teilnehmenden auch eigene Geräte nutzen)
  • TikTok-App auf allen Smartphones, TikTok-Accounts (falls gewünscht können die Teilnehmenden eigene Accounts nutzen, als Alternative sollten jedoch ausreichend Projektaccounts vorher angelegt sein)
  • Beispielvideos (eine Liste mit Beispielvideos folgt weiter unten)
  • Laptop oder ein anderes Gerät, um die Beispielvideo abzuspielen
  • ggf. Beamer, um sich Beispiele und Ergebnisse gut gemeinsam anschauen zu können
  • Für die Variation: Moderationskarten, Kreppband o.ä., Stifte
Ziele
  • Lebensweltnaher Einstieg in das Thema Desinformation/Fake News
  • Die Wirkung narrativer und filmischer Mittel auf TikTok besser verstehen
  • Jugendliche werden zu Expert*innen
Ablauf
  1. Die Fachkraft kündigt an, dass gemeinsam drei TikTok-Videos angeschaut werden.
  2. Die Videos werden nacheinander gezeigt, sodass alle sie sehen können (am besten über einen Beamer). Nach jedem Video fragt die Fachkraft die Teilnehmenden, ob sie denken, dass die erzählte Geschichte wahr oder erfunden ist. Die Fachkraft löst auf (wenn möglich).
  3. Die Teilnehmenden tun sich in Kleingruppen zusammen (3-4 Personen in jeder Gruppe). Jede Gruppe produziert nun ein eigenes TikTok-Video zum Trend „Erzähle eine Story, die dir niemand glaubt, die aber wirklich so passiert ist“. Ob sie eine wahre oder eine erfundene Geschichte erzählen, ist ihnen überlassen

Hinweis: Übungen als Challenges durchzuführen, kann Jugendliche motivieren. Die Fachkraft sollte jedoch beachten, dass Challenges junge Menschen auch unter Druck setzen können oder, im schlimmsten Fall, Mobbing- oder Ausschlussdynamiken von Personen verstärken können.

Es können ebenfalls Geschlechterrollen reproduziert werden, indem Jungen* dazu ermutigt werden, sich aggressiver und dominanter zu verhalten, um als “männlich” angesehen zu werden. Unter anderem kann dies dazu führen, dass Mädchen* so weniger Raum haben, eigene Ideen und Interessen umzusetzen. Jungen*, die sich nicht als besonders dominant oder wettbewerbsfähig fühlen, können sich ausgeschlossen fühlen.

Aus diesen Gründen ist es ratsam, je nach Gruppenkonstellation zu entscheiden, ob es sinnvoll ist, diese Übung als Challenge durchzuführen. Voraussetzung ist, dass in der Gruppe ein angenehmes, faires Arbeitsklima herrscht. Alternativ können alle Teilnehmenden auch gemeinsam ein Video produzieren oder die Benennung der Aufgabe als Challenge und spätere Auszeichnung von Gewinner*innen kann ausgelassen werden.

4. Die Gruppen zeigen ihre erstellten Produkte über den Beamer. Nach jedem Video geben die anderen eine Einschätzung darüber ab, ob die Geschichte wahr ist oder nicht.

5. Die Gruppe, die die meisten Teilnehmenden hereinlegen konnte, gewinnt (siehe hierzu noch einmal vorangegangener Hinweis zum Thema Challenges).

6. Die Fachkraft fragt die Teilnehmenden zum Schluss, warum sie manchen Geschichten eher geglaubt haben als anderen. Es findet ein kurzer, lockerer Austausch darüber statt.

Variation

Es ist möglich, bereits anhand der Beispielvideo gemeinsam Merkmale zu sammeln, wodurch Geschichten authentisch und glaubhaft wirken. Dafür fragt die Fachkraft die Teilnehmenden im Anschluss an die gezeigten TikTok-Videos, welche Merkmale dazu geführt haben, dass sie eine Geschichte (eher) geglaubt haben. Die Fachkraft sammelt die genannten Stichworte auf Moderationskarten. (Beispiele: verwackelte Handykamera, Bilder, die die Geschichte belegen, die Person ist emotional, professionelle Beleuchtung …). Die Moderationskarten werden ggf. auf dem Boden oder an der Wand geclustert.